8 Gründe, warum es ille­gal ist, vega­nen Kin­dern das Schu­les­sen zu ver­wei­gern

Heute habe ich meine Argu­mente für vega­nes Schu­les­sen an das Schul­amt geschickt.

Man räumte mir eine Anhö­rung ein, bevor beschie­den wird, ob meine Toch­ter in der Schule vega­nes Essen bekommt. So bekam ich die Gele­gen­heit, einige wirk­lich krasse Punkte in den Raum zu stel­len, zu denen sich das Schul­amt erst mal äußern können muss… Es wird ihnen nicht gelin­gen! :P

Trockene Kartoffeln als Schulessen?? (Bild: MarkusHagenlocher, CC-BY-SA-3.0)
Tro­ckene Kar­tof­feln als Schu­les­sen??
(Bild: Mar­kus­Ha­gen­lo­cher, CC-BY-SA-3.0)

(Ihr erin­nert Euch bestimmt: Meine Toch­ter bekommt kein vega­nes Essen in der Schule, so wie viele andere auch. Ich habe offi­zi­ell vega­nes Essen bean­tragt und um einen wider­spruch­fä­hi­gen Bescheid gebe­ten. Sollte dieser nega­tiv aus­fal­len, werde ich wider­spre­chen und klagen…)

Ihr seid alle auf­ge­ru­fen, diese Argu­mente - in Teilen oder im Ganzen - an Eurer eige­nes Schul­amt zu schi­cken! Und bitte auch an Freunde und Bekannte und Soziale Netz­werke wei­ter­lei­ten! Danke!! :)

 

-- Zitat --

1. Gewis­sens­ent­schei­dung nach Art. 4 GG

Meine Toch­ter ernährt sich frei­wil­lig aus ethi­schen Grün­den vegan. Es han­delt sich um eine Gewis­sens­ent­schei­dung, die laut Grund­ge­setz der BRD geschützt ist. Das heißt, nie­mand darf einen Men­schen - auch kein Kind - dazu zwin­gen, gegen sein Gewis­sen zu han­deln. Nicht die Lehrer, nicht das Schul­amt, kein ein­ge­tra­ge­ner Verein, kein Senat, und auch die Eltern nicht. Wenn ein Kind auf­grund ethi­scher Beden­ken, also einer Gewis­sens­ent­schei­dung, keine Nah­rung kon­su­mie­ren möchte, für die Tiere leiden und ster­ben müssen, ist diese Hal­tung grund­sätz­lich zu respek­tie­ren.

2. Die Emp­feh­lung der DGE

Der Schul­trä­ger folgt mit der Ent­schei­dung, vega­nes Essen an Schu­len zu ver­bie­ten, einer Emp­feh­lung der DGE, die vegane Ernäh­rung von Kin­dern aus rein phy­si­scher Sicht für nicht geeig­net hält. Der Schul­trä­ger geht also offen­bar davon aus, dass vegane Kinder auf die von der DGE emp­foh­le­nen Spei­sen aus­wei­chen, wenn sie kein vega­nes Essen erhal­ten. Diese Stra­te­gie mag bei Kin­dern funk­tio­nie­ren, die aus geschmack­li­chen Grün­den oder reiner Gewohn­heit unge­sunde, z.B. fette oder süße Spei­sen bevor­zu­gen, und zu gesün­de­rem Ess­ver­hal­ten erzo­gen werden sollen. Für vegane Kinder, die aus Gewis­sens­grün­den tie­ri­sche Pro­dukte ableh­nen, gilt das nach­weis­lich NICHT.

Eine Befra­gung unter den Eltern unse­res Eltern­netz­wer­kes ‚Vegane Kinder wollen essen’ hat erge­ben, dass die über­wie­gende Mehr­heit der vega­nen Kinder der Emp­feh­lung der DGE eben NICHT folgt. Einem Teil der Kinder ist es außer­dem nicht gestat­tet, eige­nes Essen mit in den Spei­se­raum zu brin­gen. Dadurch sind diese Kinder gezwun­gen, sich aus dem Essen­an­ge­bot vegane Bestand­teile ‚her­aus­zu­pi­cken’. Oft han­delt es sich dabei um einen ein­zi­gen Apfel, tro­ckene Kar­tof­feln oder Reis. Auch meine Toch­ter gehörte zeit­weise zu diesen Kin­dern. Ob sie ihre mit­ge­brachte Nah­rung zu sich nehmen kann, hängt direkt vom Wohl­wol­len der Erzie­he­rin ab!

Die Ein­schät­zung der DGE, sollte diese hier allein als Ent­schei­dungs­hilfe her­an­ge­zo­gen werden, muss also die Lebens­rea­li­tät der vega­nen Kinder berück­sich­ti­gen, und bewer­ten, was diese Kinder tat­säch­lich essen. Es genügt hier ein­deu­tig nicht, den Nähr­ge­halt der Spei­sen zu beur­tei­len, die diese Kinder gar nicht essen.

Darum möchte ich Sie bitten, die DGE dazu zu befra­gen, wie sich das ‚Weg­las­sen’, also das Redu­zie­ren der Spei­sen auf vegane Bestand­teile, auf die Gesund­heit der Kinder aus­wirkt - vor allem im Ver­gleich mit gut geplan­ter vega­ner Kost, inkl. Sup­ple­men­tie­rung pro­ble­ma­ti­scher Nähr­stoffe.

Ich werde par­al­lel eine gleich­lau­tende Anfrage an die DGE stel­len und deren Ant­wort, bzw. über das etwaige Aus­blei­ben eben­die­ser öffent­lich berich­ten.

3. Päd­ago­gi­sche Aspekte

Die Aus­gren­zung vega­ner Kinder vom gemein­sa­men Mit­tag­essen ver­ur­sacht Schä­den an den Kin­dern im psycho-sozialen und see­li­schen Bereich. Sowohl an den Aus­ge­grenz­ten, als auch an der gesam­ten Gruppe. (Stich­worte Inklu­sion, Umgang mit Anders­den­ken­den, etc…!)

Die vega­nen Kinder stehen vor der Wahl, ent­we­der ein auf vegane Bestand­teile redu­zier­tes Mahl zu sich zu nehmen (tro­ckene Kar­tof­feln, Obst, Salat) oder ihr Gewis­sen zu unter­drü­cken. Letz­te­res führt häufig im Nach­hin­ein zu extre­men Gewis­sens­kon­flik­ten. Vegane Kinder in diese Situa­tion zu brin­gen, ent­spricht daher nicht dem Kin­des­wohl und ist nicht durch eine ein­sei­tige ‚Emp­feh­lung’ der DGE (eines ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins, keiner Behörde!) zu recht­fer­ti­gen.

Die ande­ren Kinder der Gruppe lernen, dass Anders­den­kende ent­we­der anzu­pas­sen oder eben aus­zu­gren­zen sind, soll­ten sie sich nicht fügen. Es findet quasi eine Bestra­fung von mit­füh­len­den Kin­dern statt. Das kann nicht im Sinne einer demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung sein.

Die fak­tisch auf­tre­ten­den psycho-sozialen, emo­tio­na­len und see­li­schen Ver­let­zun­gen, die durch die gän­gige Praxis künst­lich ver­ur­sacht werden, sind unbe­dingt abzu­wä­gen mit der Emp­feh­lung der DGE, die sich aus­schließ­lich auf phy­sio­lo­gi­sche Fak­to­ren bezieht. Die rein kör­per­li­chen Schä­den durch vegane Ernäh­rung von Kin­dern sind selbst laut DGE kon­junk­tiv, und bezie­hen sich meist auf sehr spe­zi­elle Formen vega­ner Ernäh­rung, z.B. Roh­kost oder Makro­bio­tik. Die DGE darf also für diese Ent­schei­dung kei­nes­falls allein her­an­ge­zo­gen werden. Alle Fak­to­ren sind zu berück­sich­ti­gen und Exper­ten dazu zu befra­gen!

4. Der Qua­li­täts­stan­dard der DGE

Doch auch in der ‚Emp­feh­lung’ der DGE, näm­lich dem ‚DGE-Qualitätsstandard für die Schul­ver­pfle­gung’, finden sich inter­es­sante, für unser Thema rele­vante Punkte wieder. Zumin­dest am Rande geht auch die DGE auf päd­ago­gi­sche Aspekte der Nah­rungs­auf­nahme ein und sei hier zitiert:

‚Die Schule als Ort des Leh­rens, Ler­nens und Lebens ver­sam­melt Men­schen unter­schied­lichs­ter Her­kunft, per­sön­li­cher, fami­lia­ler und kul­tu­rel­ler Erfah­run­gen und Prä­gung. Der Umgang mit­ein­an­der und die Qua­li­tät sowie Inten­si­tät der Bezie­hun­gen üben einen ent­schei­den­den Ein­fluss auf das Lern­klima aus.’

Oder:

‚Für jeden Schü­ler ist eine Ernährungs- und Ver­brau­cher­bil­dung fächer­über­grei­fend zu gewähr­leis­ten. Hier­für sind Stan­dards zu ent­wi­ckeln.’

Oder:

‚Essen ist immer Teil der Iden­ti­tät und ver­mit­telt Gebor­gen­heit und Sicher­heit. Die Prä­fe­ren­zen beim Essen sind zwar stark kul­tu­rell geformt, aber sie sind über Gewohn­hei­ten auch wan­del­bar. Schul­ver­pfle­gung muss dieses beach­ten. Zur Berück­sich­ti­gung der sozia­len und psy­chi­schen Bedeu­tung des Essens soll­ten die Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen der Schü­ler beach­tet werden.

(Her­vor­he­bung durch mich)

Bitte teilen Sie mir mit, wann und in wel­cher Form der Schul­trä­ger gedenkt, diese Anfor­de­run­gen des ‚DGE-Qualitätsstandard für die Schul­ver­pfle­gung’ in der Praxis umzu­set­zen. Die Vor­ga­ben sind in ihrer Gesamt­heit zu beach­ten, wenn sich der Schul­trä­ger schon exklu­siv darauf bezieht, oder eben gar nicht.

5. Ethi­sche und reli­giöse Aspekte

Laut der Mus­ter­aus­schrei­bung müssen die Cate­rer ‚ethi­sche und reli­giöse Aspekte ange­mes­sen berück­sich­ti­gen’. Die Lie­fe­rung ovo-lacto-vegetarischen Essens ist bereits von der DGE vor­ge­schrie­ben (DGE-Qualitätsstandard für die Schul­ver­pfle­gung, Seite 17). Klären Sie mich bitte dar­über auf, welche ethi­schen Aspekte dar­über hinaus in der Praxis Anwen­dung finden. Bitte teilen Sie mir in Ihrem Bescheid mit, warum die Lie­fe­rung vega­nen Essens nicht ange­mes­sen ist. Nehmen Sie dabei Bezug auf die o.g. psycho-sozialen Schä­den an den Kin­dern und stel­len Sie diese dem Mehr­auf­wand der Cate­rer gegen­über.

(Zur Info: Ich habe den tat­säch­li­chen Mehr­auf­wand von einem Cate­rer berech­nen lassen, der vega­nes Schu­les­sen in Berlin lie­fert! Da ich mich aber bereit erklärt habe, diese Mehr­kos­ten selber zu tragen, können diese in diesem Zusam­men­hang aber offen­sicht­lich sowieso nicht als Hin­de­rungs­grund her­hal­ten.)

6. Warum Eier und Milch nicht ‚vege­ta­risch’ sind

Aus ethi­scher Sicht ist ovo-lacto-vegetarisches Essen nicht besser als Fleisch, denn auch für Milch und Eier ster­ben Kälber und Küken. Das Töten z.B. männ­li­cher Küken im Rahmen der Eier­pro­duk­tion geschieht aus rein wirt­schaft­li­chen Moti­ven. Ob das über­haupt mit dem Tier­schutz­ge­setz ver­ein­bar ist, beschäf­tigt zur Zeit die Gerichte, denn das Bun­des­land NRW hatte per Erlass diese Praxis unter­sagt.

Für ovo-lacto-vegetarisches Essen ster­ben also genauso Tiere, wie für Fleisch. Die Tren­nung von ovo-lacto-vegetarisch und vegan ergibt aus ethi­scher Sicht also keinen Sinn, son­dern nur aus rein phy­sio­lo­gi­scher. Die Lie­fe­rung ovo-lacto-vegetarischen Essens kann daher nicht als Berück­sich­ti­gung ethi­scher Aspekte gelten.

Übri­gens: der Begriff ‚vege­ta­risch’ ist per Defi­ni­tion gleich­be­deu­tend mit ‚vegan’. Falls ich noch­mals in einem offi­zi­el­len Schrei­ben die Lie­fe­rung ‚vege­ta­ri­schen’ Essens bestä­tigt erhalte, werde ich darauf bestehen, dass dies auch tat­säch­lich geschieht.

7. Grund­satz der Gleich­be­hand­lung

Vega­nen Kin­dern muss ermög­licht werden, am gemein­sa­men Mit­tag­essen teil­zu­neh­men, so wie Kin­dern mit Nah­rung­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten auch. Für beide gibt es nicht die Mög­lich­keit, ohne gesund­heit­li­che Schä­den (phy­si­scher, psycho-sozialer oder see­li­scher Art), das Standard-Essen zu kon­su­mie­ren. Beide sind in dieser Sache in ihrer Ent­schei­dung nicht frei. (So wie Men­schen z.B. auch nicht frei sind in der Ent­schei­dung, andere Men­schen zu töten, wes­halb das Recht auf Ver­wei­ge­rung des Kriegs­diens­tes mit der Waffe im Grund­ge­setz ver­an­kert ist.)

Da die Cate­rer ver­pflich­tet sind, ent­spre­chende Diät-Menüs her­zu­stel­len - logis­tisch also offen­bar dazu in der Lage sein müssen - gilt hier das All­ge­meine Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG).

Da vegane Kinder allein auf Grund ihres Gewis­sens, also ihrer Welt­an­schau­ung, vom gemein­sa­men Mit­tag­essen aus­ge­schlos­sen werden, han­delt es sich hier­bei um einen Ver­stoß gegen das AGG. Aus diesem Grunde werde ich im Falle eines nega­ti­ven Bescheids die Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle des Bundes hin­zu­zie­hen.

8. Unter­su­chungs­grund­satz

Schon §24 VwVfG schreibt vor:

(2) Die Behörde hat alle für den Ein­zel­fall bedeut­sa­men, auch die für die Betei­lig­ten güns­ti­gen Umstände zu berück­sich­ti­gen.

Die ist bisher nicht gesche­hen. Eine Ent­schei­dung zum Thema vega­nes Schu­les­sen zu tref­fen, ohne die oben genann­ten Punkte auch nur im Ansatz zu berück­sich­ti­gen, bzw. dies­be­züg­lich - nach­weis­lich (!) - Exper­ten­rat ein­zu­ho­len, stellt ein inak­zep­ta­bles Ver­säum­nis sei­tens der Ent­schei­dungs­trä­ger dar.

-- Zitat-Ende --

Bitte wei­ter­sa­gen! Danke! :)

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Kommentare und Meinungen

  1. ‚Die fak­tisch auf­tre­ten­den psycho-sozialen, emo­tio­na­len und see­li­schen Ver­let­zun­gen, die durch die gän­gige Praxis künst­lich ver­ur­sacht werden, sind unbe­dingt abzu­wä­gen mit der Emp­feh­lung der DGE, die sich aus­schließ­lich auf phy­sio­lo­gi­sche Fak­to­ren bezieht.’

  2. Abso­lut logisch ana­ly­siert und per­fekt umge­setzt!!! - Gra­tu­liere!
    Damit ist ein großer und wich­ti­ger Schritt zur Ent­stig­ma­ti­sie­rung erfolgt!!!

  3. Zu Fall liked this on Face­book.

  4. 8 Gründe, warum es ille­gal ist, vega­nen Kin­dern das Schu­les­sen zu ver­wei­gern | Vegane Kinder wollen essen http://t.co/pjfVbgDQCG

  5. Ich finde sehr gut, was du hier zusam­men­ge­tra­gen hast. Dieses Thema brennt mir auch unter den Nägeln. Ich arbeite an einer Schule mit Mensa. Das Mensa-Team fährt wohl regel­mä­ßig auf Wei­ter­bil­dun­gen. Wie ich nun erfah­ren habe, werden diese orga­ni­siert von der DLR Rheinland-Pfalz, welche ja nun auch die Abtei­lun­gen Agrar­wirt­schaft und Tier­pro­duk­tion inne hat. An dieser Stelle bekom­men die Mensen schein­bar auch ihre „Sterne”. Viel­leicht könnte auch dies ein Ansatz­punkt sein, dass Mensen eben nicht durch Ein­rich­tun­gen bera­ten werden, die natür­lich auch ein gewis­ses Inter­esse ver­fol­gen - näm­lich hier die Tier­pro­duk­tion.
    Im Falle unse­rer Schule wurde eben­falls gesagt, dass von „vega­ni­scher (haha) Küche” drin­gend abzu­ra­ten sei, da sie aus ernäh­rungs­wis­sen­schaft­li­cher Sicht umstrit­ten sei …
    Euch wün­sche ich viel Erfolg bei euren Aktio­nen. Weiter so. LG Alex

  6. ‚Das Töten z.B. männ­li­cher Küken im Rahmen der Eier­pro­duk­tion geschieht aus rein wirt­schaft­li­chen Moti­ven.’

    http://www.taz.de/!t18673/

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  8. Argu­men­ta­tiv beein­dru­ckend! Bin gespannt auf den Bescheid.

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  10. Kwan Yin liked this on Face­book.

  11. Sehr gute Zusam­men­stel­lung. Uns betrifft das­selbe Pro­blem und unsere zusam­men getra­ge­nen Argu­mente waren sehr ähn­lich. Sehr gut dass du das so kon­se­quent durch­ziehst. Viel Erfolg und Kraft dafür.
    Viel­leicht kannst du mit 2 zusätz­li­chen Argu­men­ten noch etwas anfan­gen.
    1. Prä­ven­ti­ver Gesund­heits­as­pekt.
    Es besteht inzwi­schen eine gute wis­sen­schaft­li­che Daten­lage, dass Rotes und pro­zes­sier­tes Fleisch und Milch gesund­heits­be­denk­li­che „Lebens­mit­tel” sind. Beide können bei­spiels­weise das Krebs­ri­siko für Darm­krebs (Fleisch) und für Pro­sta­ta­krebs (Milch) erhö­hen. Diese Fakten gehen inzwi­schen in inter­na­tio­nale Prä­ven­ti­ons­richt­li­nien zu Krebs­er­kran­ku­gen ein (WCRF) ein.

    2. Bil­dung zur Nach­hal­tig­keit
    Im Schul­ge­setz (vari­iert je nach Land etwas) ist Bil­dung zur Nach­hal­tig­keit ver­an­kert. […]

    „…die Aus­wir­kun­gen des eige­nen und gesell­schaft­li­chen Han­delns auf die natür­li­chen Lebens­grund­la­gen zu erken­nen und die Not­wen­dig­keit ein­zu­se­hen, diese Lebens­grund­la­gen für die
    fol­gen­den Gene­ra­tio­nen zu erhal­ten, um der gemein­sa­men Ver­ant­wor­tung dafür gerecht wer­denzu können…”
    Wer sich mit den öko­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen der „Nutz­tier­hal­tung” beschäf­tigt, muss erken­nen, dass eine Nach­hal­tig­keit und das erhal­ten der Lebens­grund­la­gen für zukünf­tige Gene­ra­tio­nen damit nicht ver­ein­bar sind.
    Wird also der Auf­trag zur Nach­hal­tigs­bil­dung kon­se­quent umge­setzt, muss er sich auf den Bereich der Ernäh­rung erstre­cken. Die Frage stellt sich ja dann, wie­viele Kinder einem Ernäh­rungs­stil folgen wollen der sprich­wört­lich ihre eigene Zukunft auf­frißt.
    Bei Bedarf kann ich gerne mehr Details und Quel­len bei­steu­ern.
  12. 8 Gründe, warum es ille­gal ist, vega­nen Kin­dern das Schu­les­sen zu ver­wei­gern | Vegane Kinder… http://t.co/ANsoTmYfPB

  13. Super geschrie­ben! alle rele­van­ten Fakten und Tat­sa­chen auf den Punkt gebracht! Wobei die bedenk­li­che Hal­tung vom DGE ja auch nur eine ver­all­ge­mei­nerte Mut­ma­ßung ist, durch DIE vegane Ernäh­rung ent­stehe ein phy­sio­lo­gi­scher Scha­den. Da hast du ja schon drauf hin­ge­wie­sen das man das so nicht für alle und jeden, Vega­ner bzw vega­nes Essen zusam­men­fas­send nega­tiv dar­stel­len oder bewer­ten kann. Der DGE asso­zi­iert vegan mit ein­sei­tig und unge­sund und genau das ist schlicht­weg falsch! und dadurch wirds zum Pro­blem.. Da müssen sich die Herr­schaf­ten INFORMIEREN!! Und zwar nicht bei den LOBBYFREUNDEN die eh nur auf Profit aus sind und selber so manche […]

    War­heit ver­tu­schen, zB. wie unge­sund, bzw. wie krank­ma­chend viele tie­ri­sche Pro­dukte tat­säch­lich sind! In diesem Kom­plott mischen halt so einige mit welche dabei ver­die­nen von Anfang bis am Ende, da sind dann die die durch Krank­heit ande­rer ihr Geld machen…- http://www.provegan.info/ - Nein, hier gehts nun mal haupt­säch­lich um WERTE, da müssen sich diese Men­schen auf­grund ihres feh­len­den Empa­thie­ver­ständ­nis­ses aus ande­ren Quel­len was sagen und auf­zei­gen lassen,- eben z.B. durch unab­hän­gi­gen Exper­ten­rat ..also viele liebe Grüße- viel Erfolg u. Grech­tig­keit!!
  14. So einen Schwach­sinn habe ich schon lange nicht mehr gele­sen (tut mir leid, ist aber so).

    Du berufst dich auf den Art. 4 I GG, also auf das Grund­recht auf freie Reli­gi­ons­aus­übung und Gewis­sens­frei­heit. Das ist in unse­rem Staat und Gesell­schaft (zum Glück) ein hohes Gut. Jedoch kann jedes Grund­recht (außer Art. 1 GG) ein­ge­schränkt werden. Dabei muss die Ein­schrän­kung jedoch ver­hält­nis­mä­ßig sein. Der Grund für diese Ein­schrän­kung ist hier mit Sicher­heit das phy­si­sche Wohl der Kinder. Denn die Schule als staat­li­che Insti­tu­tion hat natür­lich auch den Auf­trag, ihre Schü­ler phy­sisch gesund zu ernäh­ren (ob das mit Pommes immer so funk­tio­niert, sei dahin­ge­stellt). Wenn nun das DGE und ver­schie­dene unab­hän­gige Exper­ten (deren Gut­ach­ten man dazu gerne ein­ho­len kann) äußern, dass eine vegane Ernäh­rung zu ein­sei­tig ist, haben deren sach­li­chen Argu­mente in ihrer Schlüs­sig­keit natür­lich Gewicht. Eine gesunde Ernäh­rung ist ja vor allem für Kinder von großer Wich­tig­keit. Da es sich hier um Argu­mente han­delt, sollte es auch egal sein, von wem sie kommen. Ob das DGE also ein Verein oder eine Behörde ist, ist für das Gewicht ihrer Argu­mente voll­kom­men irrele­vant. Oder ver­än­dert sich das Argu­ment in seinem Gewicht, wenn es vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­rium kommt? […]

    Du erwi­derst, dass es hier aber auch um das psy­chi­sche Wohl der Kinder gehe. Das willst du damit bele­gen, indem du ein paar Kinder (mit Sicher­heit auch gar nicht durch elter­li­ches Ver­hal­ten mani­pu­liert) etwas auf Zettel schrei­ben lässt. DAS ist deine Argu­men­ta­ti­ons­grund­lage? Ich würde mich freuen, wenn ein Team aus Wis­sen­schaft­lern eine wis­sen­schaft­li­che Studie zu dem Wunsch vega­nen Essens an Schu­len erhe­ben würde. Dann hätte man wenigs­tens belast­bare Argu­mente.

    Du sagst ferner „Kinder, die aus ethi­schen Grün­den keine Tiere essen wollen, können und dürfen NICHT DAZU GEZWUNGEN werden.”. Wir leben in einem freien Land, in dem keiner zu etwas gezwun­gen werden sollte - und das ist auch gut so! Jetzt aber meine Frage: Nehmen die Lehrer die Gabeln der Kinder und ste­cken ihnen das Fleisch in den Mund? Drohen sie den Kin­dern Haus­auf­ga­ben an, wenn sie nicht alles auf­es­sen? Ich ver­stehe nicht, wo du siehst, dass deine Kinder dazu gezwun­gen werden, nicht vega­nes Essen zu kon­su­mie­ren. Aber falls es wider Erwar­ten doch so sein sollte, lasse ich mich natür­lich gerne eines Bes­se­ren beleh­ren ;)

    Dass Kinder sich von ande­ren Kin­dern abgren­zen (fernab von Essens­ge­wohn­hei­ten), gehört - wie in vielen ande­ren Lebens­ab­schnit­ten - ein­fach dazu. Hän­seln und belei­di­gen ist immer schlimm für ein Kind. Aber wenn dein Kind wirk­lich die Über­zeu­gung hat, vegan essen zu wollen, und dies auch mit Leib und Seele ver­tritt: Warum erklärt es nicht den ande­ren Kin­dern, warum es vegan isst? Warum muss eine andere Ess­ge­wohn­heit direkt zu einer abso­lu­ten Aus­gren­zung führen? Defi­niert sich dein Kind allein über seine Ess­ge­wohn­hei­ten und gibt es keine ande­ren Gemein­sam­kei­ten? Deine ein­sei­tige und ziem­lich ein­fa­che Argu­men­ta­tion habe ich da wirk­lich nicht plau­si­bel nach­voll­zie­hen können. Zumal Art. 4 I GG die Gewis­sens­frei­heit schützt, aber nicht, dass man auf­grund seiner Gewis­sens­hal­tung mit jedem ande­ren Kind Freund­schaf­ten schlie­ßen kann. Denn an das GG muss sich nur der Staat halten.

    Wei­ter­hin zitierst du den Auszug des DGE zum Qua­li­täts­stan­dard: „Zur Berück­sich­ti­gung der sozia­len und psy­chi­schen Bedeu­tung des Essens soll­ten die Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen der Schü­ler beach­tet werden.”
    Rich­tig, Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen „der Schü­ler” (Plural!) sollen „beach­tet” werden. Zunächst müsste dazu in belast­ba­rer Weise her­aus­ge­fun­den werden, ob denn wirk­lich die Mehr­heit der Schü­ler vega­nes Essen haben möchte (s.o.). Zum ande­ren sollte es dann „beach­tet werden”. Das bedeu­tet, dass das in die Ent­schei­dung mit ein­flie­ßen muss, aber nicht, dass das das allei­nige Kri­te­rium ist. Falls somit die Bereit­stel­lung von vega­nem Essen trotz­dem (aus wel­chen Grün­den auch immer) zu schwie­rig ist, muss man es trotz­dem nicht bereit­stel­len.

    Du führst das AGG an. Dessen Zweck liegt aber darin, Ungleich­be­hand­lung zu ver­hin­dern, wenn kein sach­li­cher Grund für diese Ungleich­be­hand­lung vor­liegt. Hier liegt aber ein sach­li­cher Grund in Form eines hohen orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wands. Du hast ja selbst mit einem Cate­rer gespro­chen, aber nicht erzählt, wie er auf deine Anfrage geant­wor­tet hat. Die würde ich gerne erfah­ren ;)

    Du zitierst den § 24 VwVfG. Zunächst steht da auch wieder „berück­sich­ti­gen” (wie „zu beach­ten”, s.o.). Und woher weißt du, dass sie keinen Exper­ten­rat ein­ge­holt haben? Klingt wie eine Unter­stel­lung.

    Als Letz­tes: Glaubst du wirk­lich, dass deine Kinder durch ein nicht voll­kom­men indi­vi­du­el­les Ange­bot in der Schul-Mensa Ent­wick­lungs­stö­run­gen erlei­den? Glaubst du wirk­lich, dass sie aus freiem Willen für vega­nes Essen ein­tre­ten? Oder sind sie nicht even­tu­ell von ihren Eltern inso­weit mani­pu­liert, dass sie sich diese als Vor­bild nehmen? (Ich weiß, das sind pro­vo­kante Fragen, aber dar­über würde ich mir mal Gedan­ken machen)

    Liebe Grüße

    • durch elter­li­ches Ver­hal­ten mani­pu­liert

      Alle Eltern geben den Kin­dern Werte mit. Das ist ganz normal und in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft aus­drück­lich erwünscht. Pro­ble­ma­tisch ist aber, wenn Werte, die von der Norm abwei­chen, als Mani­pu­la­tion ent­wer­tet werden sollen. Das ist unsach­lich. Ich würde mich über ein intel­li­gen­tes Argu­ment freuen, das dage­gen spricht, Kin­dern die eige­nen Werte zu ver­mit­teln. ‚durch elter­li­ches Ver­hal­ten mani­pu­liert’ gilt auch für Kinder, die sich für Frie­den ein­set­zen, gegen Umwelt­ver­schmut­zung und eben auch für Tiere. 

      Glaubst du wirk­lich, dass sie aus freiem Willen für vega­nes Essen ein­tre­ten?

      Natür­lich nicht! Aus freiem Willen würden sie für Scho­ko­lade und Kola ein­tre­ten, für unbe­grenzt auf­blei­ben und nie Zäh­ne­put­zen… Ob ein Kind ein Tier essen würde, ist die eigent­li­che Frage. Setze ein Klein­kind 10 Minu­ten lang in einen Raum, nur mit einem leben­di­gen Küken und einem Apfel. Wenn das Kind am Ende das Küken geges­sen hat und mit dem Apfel spielt, können wir wei­ter­dis­ku­tie­ren. […]

      Deine juris­ti­schen Aus­füh­run­gen sind schau­der­haft. Allein deine Aus­le­gung des AGG. Dem­nach wäre es z.B. völlig ok, Behin­derte aus­zu­gren­zen, wenn der Auf­wand hoch wäre, sie zu inte­grie­ren. o.O
      Es liegt mir in der Tat ein Ange­bot eines Cate­rers vor, der vega­nes Essen kos­ten­güns­ti­ger lie­fern würde, als das regu­läre Schu­les­sen. Wenn man auch nur im Ansatz weiß, was vega­nes Essen ist, dürfte klar sein, warum das so ist. 

      Ich habe mir übri­gens schon sehr viele Gedan­ken gemacht, bin aber mög­li­cher­weise zu ande­ren Schlüs­sen gekom­men, als du kommen wür­dest. Da das Thema für dich offen­bar neu ist, erschei­nen dir deine Fragen pro­vo­kant. Für mich sind es zwar legi­time, aber den­noch alte Hüte.

  15. und noch ganz kurz zu den studien..es gibt mit­ler­weile unzäh­lige kom­pe­tente stu­dien die bele­gen das tie­ri­sche lebens­mit­tel krank machen, in ver­schie­dens­ten aus­prä­gun­gen. und stu­dien die bewei­sen das vegabe ernährung- auch für kinder- die gesün­deste ist!
    is doch logisch das ein insti­tut, wel­ches teil eines sys­tems ist und an der ganzen sache ver­dient, fakten ver­tuscht, ver­tauscht und ande­res schön­re­det..

Was sagst DU dazu?

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