Senat ver­höhnt Opfer seiner Anti-Vegan-Politik!

Im Falle einer beson­de­ren Ernäh­rungs­ein­stel­lung besteht die Mög­lich­keit, bei ande­ren Mit­schü­lern für die eigene Über­zeu­gun­gen zu werben und andere hier­für zu begeis­tern. Dies führt nicht zu einer Iso­la­tion, son­dern viel­mehr zu einer Stär­kung des Cha­rak­ters.

So begrün­det die Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung, warum vegane Kinder, die sys­te­ma­ti­sch vom gemein­sa­men Mit­tag­es­sen aus­ge­grenzt werden, ‚kei­ner­lei erkenn­bare’ psy­chi­sche Belas­tun­gen erlei­den müssen. Die gesamte 10-seitige Erwi­de­rung auf meine Klage beim Ver­wal­tungs­ge­richt liest sich wie purer Hohn, doch dieser Schluss­satz setzt der geball­ten Igno­ranz die Krone einen Nar­ren­hut auf.

Meinst du das wirk­lich ernst, liebes Rechts­amt der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung?

Nicht nur wird vega­nen Kin­dern aus reiner Will­kür, sprich ohne trag­fä­hige Begrün­dung, das Mit­tag­es­sen ver­wehrt, obwohl genü­gend Gründe dage­gen spre­chen - sie werden dafür auch noch vom Senat ver­höhnt!

Senat verhöhnt Opfer seiner Anti-Vegan-Politik!
Senat ver­höhnt Opfer seiner Anti-Vegan-Politik!

Vega­nen Kin­dern wird ein weit ver­brei­te­tes Kli­schee unter­stellt, näm­lich dass Veganer*innen noto­ri­sch ‚für ihre Über­zeu­gun­gen werben’, das soge­nannte ‚Mis­sio­nie­ren’.
Man stelle sich ein vega­nes, 7-jähriges Kind vor, dass kein Mit­tag­es­sen in der Schule, ja nicht mal einen Teller für sein von zu Hause mit­ge­brach­tes Bröt­chen bekommt, und aus dieser Posi­tion heraus für vegane Ernäh­rung wirbt. Diese von oben künst­lich her­bei­ge­führte Son­der­stel­lung kann natür­lich zu nichts ande­rem führen, als zu einer ‚Stär­kung des Cha­rak­ters’. Man tut vega­nen Kin­dern offen­bar einen Gefal­len damit, sie von der Gemein­schafts­ver­pfle­gung aus­zu­neh­men!

An alle Min­der­hei­ten da drau­ßen: Seid froh, dass ihr Ungleich­be­hand­lung, Dis­kri­mi­nie­rung, Mob­bing, struk­tu­rel­ler oder phy­si­scher Gewalt aus­ge­lie­fert seid! Ihr wisst es nur noch nicht, aber es stärkt euren Cha­rak­ter!

Ent­schul­dige meinen Zynis­mus, liebes Rechts­amt…

… aber alle Kom­men­tare über deine Sach­kom­pe­tenz kann ich mir zum Glück sparen, denn du trägst es ein­fach mal echt offen zur Schau, wie es darum bestellt ist.
Deut­li­cher kann ich aber auch nicht werden, sonst kriege ich viel­leicht wieder Droh­an­rufe / -emails von dir, mit denen du mich ein­zu­schüch­tern ver­suchst, wie damals bei der Geschichte mit den Ver­pfle­gungs­kos­ten?!

Noch mehr Außer Hohn?

Im Größen und Ganzen lesen wir in der Erwi­de­rung wieder die glei­chen hohlen Phra­sen wie in vor­an­ge­gan­ge­nen Begrün­dungs­ver­su­chen sei­tens des Senats, größ­ten­teils sogar exakt gleich im Wort­laut. Man gewinnt den Ein­druck, dass die uns gar nicht rich­tig ernst nehmen.
Wieder wird darauf beharrt, dass die DGE eine vegane Ernäh­rung von Kin­dern ablehnt. (Dieser Stand­punkt wackelt. Die DGE wird noch im Novem­ber ein neues Posi­ti­ons­pa­pier zu vega­ner Ernäh­rung ver­öf­fent­li­chen! Wir hoffen, dass es unsere 5 Fragen an die DGE beant­wor­ten wird.)
Wieder wird Vega­nis­mus auf eine Ernäh­rungs­art redu­ziert, also mit ande­ren Diäten gleich­ge­setzt, die allein gesund­heit­li­che Vor­teile ver­spre­chen. Wie um zu bewei­sen, dass die beim Rechts­amt wirk­lich gar keine Ahnung haben, was der Begriff ‚Vega­nis­mus’ über­haupt bedeu­tet, werden tat­säch­lich einige Diäten auf­ge­zählt: ‚Stein­zeit­er­näh­rung, Low Carb, Low Fat, Roh­kost, Trenn­kost, Frui­ta­ris­mus’.
Vegane Ernäh­rung ist natür­lich keine Welt­an­schau­ung. Der ethi­sche, welt­an­schau­li­che Aspekt von Vega­nis­mus wird aber wieder beharr­lich igno­riert…

Brin­gen wir das mal
auf den Punkt:

Der Senat KÖNNTE vega­nen Kin­dern ein­fach das Mit­tag­es­sen gewäh­ren. Die Cate­rer sind logis­ti­sch dazu in der Lage, denn bei Vor­lage von ärzt­li­chen Attests wird vega­nes Essen gelie­fert. Es ist auch nicht teurer! (Ent­spre­chende Kal­ku­la­tio­nen eines Cate­r­ers liegen uns vor.)
Vega­nes Essen ist nicht unge­sund für Kinder. Der Senats­ver­wal­tung ist kein ein­zi­ger Fall eines Kindes bekannt, das durch vegane Ernäh­rung (und nur dadurch!) zu Scha­den gekom­men wäre. Vega­nes Essen ist auch nicht krebs­er­re­gend, im Gegen­satz zu Flei­sch.

Es würde also NIEMANDEM SCHADEN!

Wenn es aber nie­man­dem scha­det, dann kann die starre Ver­wei­ge­rungs­hal­tung des Senats nur eines bedeu­ten: es ist Poli­tik…

Anti-Vegan-Politik!

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Kommentare und Meinungen

  1. Das ist ja OBERKRASS! Wie soll ich denn da sach­lich blei­ben??

  2. jea­nette rowley setzt sich mit der (auch struk­tu­rel­len) dis­kri­mi­nie­rung von vegan leben­den men­schen aus­ein­an­der. sie meint, dass der „vegan belief” wie andere min­der­hei­ten­an­sich­ten staat­lich vor dis­kri­mi­nie­rung zu schüt­zen sei. der aus­schluss durch vor­be­halt von ver­pfle­gungs­mög­lich­keit stellt eine dis­kri­mi­nie­rung dar. im zuge meiner tätig­keit für die „initia­tive vegane mensa” bin ich auf bekennt­nisse von stu­den­ten­wer­ken gesto­ßen, in denen sie sich so äußern, dass ver­pfle­gung vor ort wich­tig sei für das stu­die­ren. das gilt auch für schu­len. einem moslem würde man nicht sagen: „die woche gibt es jeden tag schwein - iss es, oder lass es liegen.” rowley meint, dass die bestehen­den anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setze schon aus­rei­chen würden, um die dis­kri­mi­nie­rung von vega­ne­rin­nen zu unter­bin­den. der erfor­der­li­che schritt wäre, den vega­nis­mus als „welt­an­schau­ung” zu eta­blie­ren.

    http://www.theivra.com

  3. Wo ist denn da eine Dis­kri­mi­nie­rung?

    Alle haben das­selbe Essens­an­ge­bot. Dis­kri­mi­nie­rung bedeu­tet BENACHTEILIGUNG, eine Schlech­ter­stel­lung gegen­über ver­gleich­ba­ren ande­ren Sach­ver­hal­ten. Hier wird doch eine Bevor­tei­lung ver­langt, näm­lich ein beson­de­res Essens­an­ge­bot für Vega­ner.

    Der Ver­gleich mit dem Moslem paßt nicht, weil die Aus­übung der Reli­gion aus­drück­lich und beson­ders im GG geschützt wird und zudem der Staat wohl auch nicht ver­pflicht ist, die Reli­gion beim Essen zu berück­sich­ti­gen. Wenn Vega­nis­mus als Reli­gion aner­kannt wird, wäre aller­dings dis­kus­si­ons­wür­dig, ob man auf deren Essens­re­geln als Schul­be­trei­ber ein­zu­ge­hen hat, wenn man das auch bei Mos­lems macht. Da würde dann der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gelten.

    • „Wo ist denn da eine Dis­kri­mi­nie­rung?”

      Diese Frage ist sehr leicht zu beant­wor­ten: Alle haben das selbe Essen. Es könnte ein­fach Essen geben, dass ALLEN gerecht wird - vegan, koscher, bio… Es gibt aber Men­schen, die unbe­dingt Flei­sch essen wollen. Weil diese Men­schen in der Mehr­zahl sind, gibt es Flei­sch für ALLE. Die Min­der­hei­ten werden dis­kri­mi­niert. Tat­säch­lich ist es hier die Mehr­heit, die eine Bevor­tei­lung ver­langt und dies mit eben dieser Mehr­zahl begrün­det.

      Dazu kommt, dass in diesem Fall tat­säch­lich Cate­rer vega­nes Essen lie­fern möch­ten, der Senat es ihnen aber ver­bie­tet. Es findet ein Ein­griff in den Markt statt, der mit der Gesund­heit der Kinder gerecht­fer­tigt wird. Die Begrün­dung fußt aber auf - nach­weis­lich - fal­schen Annah­men. Daher liegt der Ver­dacht nahe, dass hier eine veg­an­feind­li­che Agenda ver­folgt wird. Das ist Dis­kri­mi­nie­rung. […]

      Nun zu Art 4 GG: ‚Die Frei­heit des Glau­bens, des Gewis­sens und die Frei­heit des reli­giö­sen und welt­an­schau­li­chen Bekennt­nis­ses sind unver­letz­lich.’
      Reli­gion, Welt­an­schau­ung und Gewis­sen werden ein­deu­tig und unmiss­ver­ständ­lich gleich­ge­stellt. Wir setzen uns dafür ein, dass Vega­nis­mus als Welt­an­schau­ung aner­kannt wird, da es für viele Veganer*innen eben diesen Stel­len­wert hat. Das führt dann dazu, dass der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gilt, ja.

  4. diskriminierung/benachteilung findet dann statt, wenn eine insti­tu­tion sich ver­pflich­tet, für die ver­pfle­gung seiner ange­hö­ri­gen zu sorgen, manche dabei aber mar­gi­na­li­siert und „nicht bedient”, obwohl sie es für sich bean­spru­chen und obwohl es gut mach­bar ist. es geht nicht darum, dass veganer_innen das „nor­male” essen mit flei­sch und käse vor­ent­hal­ten wird. son­dern das essen, das sie auf­grund ihrer welt­an­schau­ung essen können. eine welt­an­schau­ung, die gesell­schaft­lich mitt­ler­weile eta­bliert ist.

    vega­nis­mus ist natür­lich keine reli­gion. aber je nach defi­ni­tion eine welt­an­schau­ung. ethi­sch moti­vier­ter vega­nis­mus (also nach der defi­ni­tion der vegan society) begrün­det eine lebens­weise, die auf tier­nut­zung und tier­leid so weit wie mög­lich ver­zich­tet. vor dis­kri­mi­nie­rung sind nicht nur anhänger_innen von reli­gio­nen betrof­fen, son­dern - neben ande­ren - auch anhänger_innen von welt­an­schau­un­gen. […]

    wenn men­schen, die der welt­an­schau­ung vega­nis­mus anhän­gen - also aus ethi­schen grün­den tier­aus­beu­tung ableh­nen -, von einer insti­tu­tion nicht wie andere berück­sich­tigt werden, obwohl es mög­lich ist, dann ist das eine ungleich­be­hand­lung und damit eine dis­kri­mi­nie­rung. und zwar in einer rele­van­ten hin­sicht: wenn davon aus­ge­gan­gen wird, dass die ver­pfle­gung fürs gute lernen/studieren erfor­der­lich ist, wenn die insti­tu­tion sich dafür ver­pflich­tet und wenn sie dafür sogar geld von der stu­die­ren­den­schaft oder den steu­er­zah­len­den bekommt.

    eine benach­tei­li­gung findet statt, weil nichtveganer_innen das ihnen ange­bo­tene essen tat­säch­lich essen können, wäh­rend veganer_innen das ihnen ange­bo­tene essen nicht essen können. als veganer_in vega­nes essen ein­zu­for­dern, ist keine for­de­rung einer bevor­tei­lung, son­dern der gleich­be­hand­lung - eben jenes essen zu bekom­men, das man essen kann.

    ich arbeite an einer schule, an der kein schwei­ne­flei­sch mehr ser­viert wird. damit wird so eini­gen gläu­bi­gen ent­ge­gen­ge­kom­men - es ist sinn­voll. veganer_innen krie­gen bisher aber noch kein essen. rowley meint, die bis­he­ri­gen anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setze würden bereits rei­chen, um veganer_innen in öffent­li­chen insti­tu­tio­nen nicht essens­frei zu lassen. da sie exper­tin ist, wird sie sich was dabei gedacht haben…

  5. alle for­mu­lie­run­gen ob es reli­gion ist oder welt­an­schau­ung, ob es mora­li­sch begrü­det ist oder ein­fach nur weil man es unbe­grün­det so möchte, es braucht keinen grund!- kein fleisch,-keine pro­dukte aus tierleid,-es gibt genü­gend gründe , was alles dahin­ter steht, aber es bräuchte nicht mal welche, weil- ich bin mensch und ich hab eine seele,allein des­halb!! aber HIER gibt es gesetzte und wenn es nur das grund­ge­setz ist das mir die würde und mei­nungs­frei­heit zuspricht . nennt es ani­mis­mus nennt es koscha, nennt es ekel­pa­ket. scheiß egal -ich kann ent­schei­den wenn ich es meiner seele, meinem körper nicht antun will, zu töten, zu beschmut­zen, ver­let­zen. […]

    -aus liebe. aus mit­ge­fühl, aus ekel. wegen tat­sa­chen! -diese ver­querte welt! es ist freie ent­schei­dug und aber auch recht zu essen was essen ist. es ist pflicht vega­nes essen anzu­bie­ten! sind die alle völlig bescheu­ert?? und ja,” normal” und masse. ist das alles rich­tig weil die mehr­heit es so macht?
    es zeugt nicht von geis­ti­ger gesund­heit, an eine von grund auf kranke gesell­schaft gut ange­passt zu sein. was wie­derum krank macht,wenn mans macht.- in dieser hin­sicht wenns ums essen geht..dann bin ich gern ver­rückt!! aber wie soll ein kind das so umset­zen. diese bescheu­er­ten, ein­fäll­ti­gen büro­kra­ten, die ihrn schwei­ne­bra­ten brau­chen, sind min­der­be­mit­telt!- krank! ein­fäll­tig! leider ein­fach see­li­sch nicht so weit. und die können auch gar nix dafür. aber von denen hängt dann die ent­schei­dung ab was es zu „essen” gibt und was nicht. das schränkt auf­je­den­fall die eigene frei­heit in ganz vielen punk­ten ein. es ist will­kür­lich. das geht so nicht. weil es gibt eben nicht nur schweinebratenfans..Ihr doofen fetten igno­ran­ten ses­sel­pup­ser. !! gebt dem kind was zu ESSEN und zwar keine lei­chen!
  6. Hi,

    ich habe noch einmal beim Senat nach­ge­fragt, wie der aktu­elle Stand ist, hier die Ant­wort:

    https://kleineanfragen.de/berlin/17/17668-verschlaeft-der-senat-das-thema-vegane-ernaehrung

    Liebe Grüße und viel Erfolg,

    Simon

  7. Vegan, hin oder her. Wenn es um Ethik geht, wie gehen Sie als Vega­ner mit dem Ein­satz von Pes­ti­zi­den, Her­bi­zi­den, Dum­ping­löh­nen, feh­len­den Absi­che­run­gen in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie etc. um? Was ist mit dem aus Kri­sen­län­dern gewon­ne­nen Öl, mit dem die vega­nen Waren ver­packt! und von Punkt A zu B gebracht und dann zube­rei­tet werden?
    Pseu­do­dis­kus­sion auf dem Rücken von Kin­dern, die auf­grund ihres Alters und der noch feh­len­den Reife der­ar­tige Themen selbst gar nicht ein­schät­zen können.

  8. wer sowohl zeit als auch geld und muse hat sich über so etwas auf­zu­re­gen, der hat echt ganz andere pro­bleme als kein vega­nes essen in der mensa.
    essen als welt­an­schau­ung ist deka­dent und zeugt von zu viel wohl­stand.
    60% dieser erde sind nicht geeig­net um pflanz­li­che nah­rung für men­schen anzu­bauen. das heißt sie sind aus­schließ­lich für die wei­de­wirt­schaft geeig­net.
    inso­fern ist vegane ernäh­rung und die for­de­rung, dass alle sich so ernäh­ren men­schen­feind­lich und hat vor allem eines zur folge. mehr hunger bei den men­schen dieser welt.

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